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PRESSEMITTEILUNG
60
Jahre Charta der deutschen Heimatvertriebenen
Wassertheurer:
„Versprechen eingelöst“
2.
August 2010
Deutsche
Weltallianz / German World Alliance
2434
Wisconsin Avenue, N.W., Washington, DC 20007, USA,
www.GermanWorldAlliance.org

Vor 60 Jahren verabschiedeten am 5. August 1950 die volksdeutschen
Heimatvertriebenen in Stuttgart eine Charta, in der sie sich von Rache
und Vergeltung distanzierten, sich zum wirtschaftlichen Wiederaufbau
Deutschlands verpflichteten und die Vereinigung Europas als Ziel ihrer
Arbeit ankündigten. Für Peter Wassertheurer, Präsident der DWA, ist
diese Charta ein „Friedensdokument menschlicher Größe“ und ein
„Beleg für Toleranz, Demut und Verantwortung.“ Die
Heimatvertriebenen haben nach Wassertheurer „ihre
Versprechen bis zum heutigen Tag eingehalten und zum Wohl Europas
eingelöst“, wofür ihnen nach 60 Jahren der Arbeit und des Fleißes
Dank und Anerkennung gebührt.
Im Bewusstsein ihrer Verantwortung vor Gott und den Menschen, im
Bewusstsein ihrer Zugehörigkeit zum christlich-abendländischen
Kulturkreis, im Bewusstsein ihres deutschen Volkstums und in der
Erkenntnis der gemeinsamen Aufgabe aller europäischen Völker, haben
die erwählten Vertreter von Millionen Heimatvertriebenen nach
reiflicher Überlegung und nach Prüfung ihres Gewissens beschlossen,
dem deutschen Volk und der Weltöffentlichkeit gegenüber eine
feierliche Erklärung abzugeben, die die Pflichten und Rechte festlegt,
welche die deutschen Heimatvertriebenen als ihr Grundgesetz und als
unumgängliche Voraussetzung für die Herbeiführung eines freien und
geeinten Europas ansehen.
1.
Wir
Heimatvertriebenen verzichten auf Rache und Vergeltung. Dieser
Entschluss ist uns ernst und heilig im Gedenken an das unendliche Leid,
welches im Besonderen das letzte Jahrzehnt über die Menschheit
gebracht hat.
2.
Wir werden jedes
Beginnen mit allen Kräften unterstützen, das auf die Schaffung eines
geeinten Europas gerichtet ist, in dem die Völker ohne Furcht und
Zwang leben können.
3.
Wir werden durch
harte, unermüdliche Arbeit teilnehmen am Wiederaufbau Deutschlands
und Europas.
Wir haben unsere Heimat verloren. Heimatlose sind Fremdlinge auf
dieser Erde. Gott hat die Menschen in ihre Heimat hineingestellt. Den
Menschen mit Zwang von seiner Heimat trennen, bedeutet, ihn im Geiste
töten. Wir haben dieses Schicksal erlitten und erlebt. Daher fühlen
wir uns berufen zu verlangen, dass das Recht auf die Heimat als eines
der von Gott geschenkten Grundrechte der Menschheit anerkannt und
verwirklicht wird.
So lange dieses Recht für uns nicht verwirklicht ist, wollen wir aber
nicht zur Untätigkeit verurteilt beiseite stehen, sondern in neuen,
geläuterten Formen verständnisvollen und brüderlichen
Zusammenlebens mit allen Gliedern unseres Volkes schaffen und wirken.
Darum
fordern und verlangen wir heute wie gestern:
1.
Gleiches Recht als
Staatsbürger nicht nur vor dem Gesetz, sondern auch in der
Wirklichkeit des Alltags.
2.
Gerechte und
sinnvolle Verteilung der Lasten des letzten Krieges auf das ganze
deutsche Volk und eine ehrliche Durchführung dieses Grundsatzes.
3.
Sinnvollen Einbau
aller Berufsgruppen der Heimatvertriebenen in das Leben des deutschen
Volkes.
4.
Tätige Einschaltung
der deutschen Heimatvertriebenen in den Wiederaufbau Europas.
Die Völker der Welt sollen ihre Mitverantwortung am Schicksal der
Heimatvertriebenen als der vom Leid dieser Zeit am schwersten
Betroffenen empfinden.
Die Völker sollen handeln, wie es ihren christlichen Pflichten und
ihrem Gewissen entspricht.
Die Völker müssen erkennen, dass das Schicksal der deutschen
Heimatvertriebenen wie aller Flüchtlinge, ein Weltproblem ist, dessen
Lösung höchste sittliche Verantwortung und Verpflichtung zu
gewaltiger Leistung fordert.
Wir rufen Völker und Menschen auf, die guten Willens sind, Hand
anzulegen ans Werk, damit aus Schuld, Unglück, Leid, Armut und Elend
für uns alle der Weg in eine bessere Zukunft gefunden wird.
Stuttgart,
den 5. August 1950

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